Nach 44 Jahren Arbeit begann für mich das viel gepriesene
Rentenalter. Es war eine seltsame Zeit. Mit der Systemwende war nach 30
intensiven und erfolgreichen Sportjahren als Trainer bedrückende Ruhe
eingetreten. Der plötzliche Wegfall der Arbeit und des Amateursportes
bekam mir nicht und brachte mir gesundheitliche Einschnitte. Ich musste
mir etwas einfallen lassen, um meinen regen Beschäftigungsdrang zu
befriedigen. 2001 ging für mich diese „leere Zeit“ zu Ende. Das Angebot
kam über Nacht von Kay Spanner meinen Sport wieder ausführen zu können,
den ich noch heute mit viel Energie betreibe. Im gleichen Jahr begann
auch ein wunderbarer Ausgleich zu meiner sportlichen Arbeit. Meine Frau
Sigrun schenke mir eine Zeichenausrüstung – nicht ohne Grund. Mit ihrem
praktischen Tipp besann ich mich auf das Zeichnen, was mir schon in der
Schulzeit nicht schwer viel.
Die ersten Motive fand ich in unserer näheren Umgebung. Unser Pirna
mit seiner fantastischen Lage und seiner einzigartigen Altstadt und
Architektur, bot eine Fülle an Sehenswertem. 2003 war es soweit und ich
konnte 12 Pirna-Bilder zu einem Jahreskalender zusammenstellen. Es waren
nur wenige Exemplare für meine Familie. Sie waren alle begeistert, was
mich sehr beflügelte.
Auch das Interesse außerhalb der Familie machte mir Mut und ich
arbeitete wie besessen. Plötzlich sah ich unsere Heimatstadt und ihre
Umgebung aus einem anderen Blickwinkel. Überschüttet von Entdeckungen,
wollte ich möglichst jedes Detail erfassen. – Dass ich mich damit von
der künstlerischen Auffassung „weniger ist mehr“ immer weiter entfernte,
spürte ich immer mehr. Aber ich blieb meinen detailreichen Zeichnungen
treu und versuche stets jede Kleinigkeit mit dem entsprechenden Gefühl
zu erfassen. Dass ich diesen Weg beibehalten werde, bestätigen nur die
vielen positiven Bekundungen der Freunde meiner Zeichnungen und die
Beliebtheit der Pirna-Kalender. Vielen Dank für die zahlreichen
positiven Meinungen in meinem „Gästebuch“ zu Ausstellungen und in
Gesprächen. Nun wird Sie sicher interessieren, wie all diese kleinen
Werke entstehen. – Nachdem ich das Motiv entdeckt habe, wähle ich den
richtigen Standort und grenze die Ansicht ein. Grobskizzen entstehen so,
dass das Hauptobjekt mittig liegt und nach außen ausläuft. Es wird kaum
radiert, eher darüber gezeichnet und das mit Bleistift. Erst, wenn ich
nach meiner Meinung alle wichtigen Einzelheiten eingezeichnet und die
einigermaßen genaue Perspektive gefunden habe, kommt die Tusche ins
Spiel. Um schwierige Objekte, wie Figuren, Portale und weitere
architektonische Feinheiten auf das Papier zu bringen, sind oft viele
Anläufe notwendig. Nach und nach habe ich meine Linie und Art des
Zeichnens gefunden und freue mich, wenn andere Menschen wieder erkennen,
wo ich gezeichnet habe. So bin ich auch für jeden Hinweis dankbar und
sehe Kritiken stets positiv, weil sie anspornen. Als Autodidakt hole ich
mir so manchen praktischen Hinweis aus der Zeichenliteratur, um meinen
eigenen Stil ständig zu verbessern. Nach nunmehr 10 Jahren Zeichnen sind
nahezu 500 Zeichnungen entstanden. Keine davon landet im Papierkorb.
Der Vergleich der Arbeiten untereinander und mit jahrelangem Abstand
führen zu einer immer besser werdenden Qualität.
Das Lernen hört nie auf und macht sehr viel Spaß und tut meinem
unruhigen Charakter sehr gut. Gerade stelle ich das Exemplar Nr. 10, der
Kalenderreihe „Pirna Impressionen einer Stadt“ für das Jahr 2012
zusammen. Ein kleines Jubiläum für mich und für Sie. Solange meine Augen
gut und meine Hand locker bleiben, wird es neue Zeichnungen geben.
Gewidmet habe ich diesen kurzen Abriss meiner gesamten großen Familie
und allen Freunden meines Hobbys.
Wilhelm Leberecht Götzinger (1. September 1758 in Struppen; † 23. April
1818 in Neustadt in Sachsen) war ein deutscher lutherischer Theologe,
Autor und gilt als Erschließer der Sächsischen Schweiz. Wilhelm Leberecht Götzinger zählt zu den Erschließern der Sächsischen Schweiz. Ihm kommt das Verdienst zu, die ersten umfassenden Beschreibungen über die Region und teils auch über ihre Randgebiete verfasst zu haben. Im Gegensatz zu einer Reihe weiterer Reiseführer und Reisebeschreibungen, die u.a. von Carl Heinrich Nicolai, Karl August Engelhardt und Philipp Veith ebenfalls an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erschienen, zeichnen sich Götzingers Werke durch umfangreiche heimatkundliche und heimatgeschichtliche Darstellungen aus, die sowohl auf Archiv- und Quellenauswertungen als auch auf intensiven eigenen Beobachtungen basieren. Götzingers Werke wurden bereits zu Lebzeiten als beachtliche heimatkundliche Beiträge gewertet. Sie leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Bekanntwerden der Sächsischen Schweiz legten somit den Grundstein für eine touristische Entwicklung der Region. (Quelle
Wikipedia)
Es gibt in unseren Landen sicher viele schöne Ecken in denen die Phantasie ein Rad schlägt. Ob nun die Eifel, die Alpen, oder die Mecklenburger Seenplatte. Was für ein Glück, das gerade vor meiner Haustür ein kleines und doch riesiges Fels und Waldgebiet liegt. Die Riesenhaftigkeit liegt im Anreiz der Gestaltung des Nationalparks. Denn es ist nicht der Stein in Symbiose mit dem Holz das gefällt, nein, es ist die Phantasie die diesen Ort in ein Märchenland verwandelt. Wenn die Nacht herein bricht und die Geräusche des Waldes verstummen. Nur der Wind gibt den Zauber frei um zu begreifen das Elfen und Kobolde sicher irgendwo hier umher ziehen. Am Morgen dann, wenn der Regen die Blätter benetzt und der Nebel sich im Wald verhängt, möchte man nie wieder in die Zivilisation zurück. Zu schön ist es sich hier gefangen zu nehmen und die Stille der Natur zu genießen.